Florenz, Pisa und Siena -- wer kennt diese Städte nicht? Seit Jahrhunderten gehört das ganz besondere Fleckchen Erde Toskana zu den kulturell bedeutendsten Regionen der Welt. Jahr für Jahr lockt die malerische Region Hunderttausende von Urlaubern an, die sich der Atmosphäre der zahlreichen, auf engem Raum gelegenen geschichtsträchtigen Städte hingeben und sich von der Ausstrahlung der uralten Landschaft anstecken lassen wollen: Sanfte Hügelketten im Morgendunst, silbrig glänzende Olivenbäume, von Zypressen umrundete Bauernhöfe auf kahlen Kuppeln -- das sind Bilder, die im Land der Sehnsucht tatsächlich wahr werden.
Der topaktuelle Michael-Müller-Reiseführer Toscana zeigt alle schönen Fassetten einer der beliebtesten Urlaubsregionen Europas. Die ersten Kapitel informieren über Geschichte, Feste und Feiertage, Essen und Trinken und überhaupt alles, was der Toskana-Reisende so wissen muss. Danach führt der Guide Ort für Ort und Region für Region die Reisenden von den berühmten Städten der Renaissance in malerische Dörfer, an die weiten Strände der Riviera degli Etruschi oder zu den weißen Steinbrüchen der Apuanischen Alpen.
Schöne Fotos wecken die Reiselust, zahlreiche übersichtliche Kartenausschnitte erleichtern die Orientierung. Der Michael-Müller-Reiseführer liefert Toskana-Reisenden geballte Informationen auch zu kleineren und unbekannteren Orten. Ein kompetenter Guide, für einen gelungenen Urlaub nahezu unentbehrlich. --Katja Klenk
Kunstgeschichtliches Desaster (Bewertung 2 von 5)
» Viva Italia
Bisher habe ich mit den Michael-Müller Reiseführern immer gute Erfahrungen gemacht, da diese einen Überblick mit allen wichtigen Informationen verschaffen, mit denen man (bei entsprechender Vorbereitung zu Hause) auch als kunstgeschichtlich interessierter Reisender vor Ort ausreichend ausgestattet ist, ohne dicke Wälzer mitschleppen zu müssen. Auf der einen Seite macht hier auch das Toskana Handbuch keine Ausnahme und enthält z.B. einen hervorrgenden Überblick über die Kunstsammlungen in den Uffizien. In anderer Hinsicht hat es mich auf meiner letzten Florenzreise jedoch maßlos enttäuscht. Es enthält sogar Wertungen, die ich nicht für akzeptabel halte.
Anlass meiner Verärgerung ist folgender: Im Palazzo Pitti in Florenz befindet sich im Silbermuseum u.a. der Salone terreno mit herrlichen Fresken des Barockmalers Giovanni da San Giovanni mit dem Thema "Das Goldene Zeitalter der Künste und Wissenschaften unter Lorenzo de Medici". Die Fresken, die in einer allegorischen Bildersprache die Medici Dynastie verherrlichen, sind ein herausragendes Beispiel für die zwischen Tradition und Moderne stehende Florentiner Malerei des späten Seicento (vgl. Roettgen, Wandmalerei in Italien, Barock und Aufklärung 1600-1800, München 2007), die sich - ebenso wie die übrigen Staatsgemächer im Palazzo Pitto mit nicht weniger prächtigen Wandmalereien - kein Florenzbesucher entgehen lassen sollte. Ich persönlich finde sie weit beeindruckender als z.B. die schlecht erhaltenen und schlecht beleuchteten Giotto-Fresken in Santa Croce. Während über letztere jedoch der Michael-Müller-Reiseführer ausführlich berichtet, findet sich zum Silbermuseum nur der lapidare Hinweis, dass die Sammlung in Sälen mit prunkvollen Panoramafresken untergebracht ist, die "für manchen Geschmack etwas kitschig" sind. Eine unerhörte Wertung, die zeigt, dass der Autor keine Ahnung von der Urheberschaft und der ikonographischen Bedeutung der Fresken hat. Selbst ein Billigreiseführer wie der vom ADAC-Verlag ist hier besser. Ähnlich schlecht bzw. gar nicht beschrieben sind auch andere Kunstwerke aus der Zeit nach der Hochrenaissance. Schade, denn dies macht den in Teilen guten Reiseführer für Kunstliebhaber uninteressant.
Umfassendes Dorfleben und Geschichte (Bewertung 4 von 5)
» Mai30
Wegen der guten Rezensionen und in der Hoffnung auf häufigere Toskana-Reisen wurde der Reiseführer angeschafft und erstmals getestet:
POSITIV:
Die historische und kunstgeschichtliche Einführung ist sehr lesbar - ein kompakter, erstaunlich neutraler Überblick mit doch so manch netter Zusatzbemerkung.
Es findet sich fast jedes Dorf. Wenn man also mit dem Auto so durch die Gegend kurvt und denkt, hier sieht es aber nett aus, kann man nach dem Lesen des Ortseingangsschilds auch im Reiseführer nachschlagen und findet sicher Hinweise.
Die beiliegende Toskana-Karte (ist mit Ausnahme eines Dorfs, das auf der anderen Straßenseite liegt und namentlich im Text empfohlen wird) sehr praktisch und ersetzt großmaßstabliche Autokarten, die man sich sonst anschafft. Bei Fahrten durchs Chianti etc. sehr empfehlenswert.
Sehr sinnvoll sind auch die Hinweise zum Parken, weil das in manchen Orten wirklich zum Problem werden kann.
NEUTRAL:
Nicht genutzt wurde der Reiseführer für Florenz, wo zwei eigene Bände mitmußten (kann also nicht bewertet werden).
Die Einkaufstips sind zwar manchmal sinnvoll, aber auch nur manchmal. Bei den Fattoria-Verkäufen von Wein und Olivenöl hilft es natürlich wenig, wenn die Adressen am Wegesrand aufgelistet sind (das sieht man beim Vorbeifahren auch an den Schildern), sondern da wären wirklich Hinweise gut, was empfehlenswert wäre - und zwar nicht nur die "Weingüter des Jahres" mit Flaschen ab 30 Euro, sondern gerade der kleine Weinbauer oder Olivenpresser mit seinen Erzeugnissen. Der tolle Laden am Markt in Greve mit ca. 50 Schinken an der Decke und extra Käsekeller, der in ganz Florenz berühmt ist, fehlt (und reicht eigentlich schon als Sehenswürdigkeit und Fototip).
Weil der Reiseführer sehr umfassend ist, ist er selbstredend sehr dick - ist also oft nicht gut zum Rumschleppen geeignet. Meistens blieb er im Auto liegen zum Studium davor und danach, und es wurde zum Stadtgang der ADAC-Reiseführer mitgenommen oder der Innenstadtplan aus dem Touristenbüro.
NEGATIV:
Ja, sicher nicht so viel - aber bei Kunst ist das Werk dann doch manchmal schwach auf der Brust. D.h. es fehlen dann doch (z. B. in Greve) gotische Tafelbilder in den Ortskirchen, auch wenn es davon natürlich in der Toskana unzählige gibt. Aber hier hatte sich der ADAC-Toskana-Reiseführer (für 5 Euro) als erstaunlich gute und sinnvolle Ergänzung erwiesen.
Die Verarbeitung ist mittelprächtig (von den Bildern, wie schon mehrfach moniert, ganz abgesehen). Aber wenn beispielsweise Stadtpläne über die Klebebindung gehen, fehlen innen einfach mal zwei Zentimeter - d.h. möglicherweise bei engen Gassen ein kleines Quartier (das war in Lucca sehr nervig).
Insofern gibt es keine uneingeschränkt positive Bewertung, auch wenn ich gerade für längere Aufenthalte die Anschaffung empfehlen würde.
Reiseführer für Wiederholungstäter (Bewertung 4 von 5)
» Isabella Gasparini
Wie ein Reiseführer bewertet wird, hängt meiner Meinung nach sehr davon ab, wozu man ihn verwendet bzw. auf welche Art und Weise man reist. Meine Ausgangslage: eine einwöchige Erkundungstour der nördlichen Toskana zwischen Pisa und Florenz mit dem Auto und Aufenthalt in einem vorab gebuchten Hotel.
Michael Müllers Reisehandbuch deckt die gesamte Toskana ab und ist dementsprechend umfangreich und daher zum täglich Mitschleppen etwas unhandlich. Dafür bietet es z.B. verglichen mit dem Falk-Spirallo Führer eine Fülle an Informationen und Texte über so manchen kleinen Ort, der andernorts überhaupt nicht erwähnt wird.
Am idealsten ist das Reisehandbuch meiner Meinung nach für Toskana-Liebhaber geeignet, die immer wieder dorthin fahren, aber trotzdem immer wieder etwas Neues (abseits der ausgetretenen Touristenpfade) entdecken wollen. Wer nur kurz Zeit hat und nur an den bekanntesten Plätzen interessiert ist, wird wahrscheinlich mit einem weniger ausführlichen Werk besser bedient sein.
Der allgemeine Teil präsentiert Wissenswertes über Anreise, italienischen Verkehr, Essen, Wein, Klima, Öffnungszeiten, Feiertage uvm. Wer das erste Mal Italien südlich des Gardasees erkundet, sollte sich diesen Abschnitt auf jeden Fall zu Gemüte führen. Die Kapitel Geschichte und Kunstgeschichte sind ausführlich genug, um interessant zu sein, beschränken sich aber doch auf die wichtigsten Punkte (was bei der Fülle an Kunst und Kultur in der Toskana schon eine Leistung für sich ist).
Der Rest des Handbuchs ist nach Regionen aufgeteilt, was praktisch ist, wenn man mit dem Auto unterwegs ist. Die beiliegende Karte der Toskana reicht eigentlich völlig aus, um überall hin zu finden, genauere Angaben zu Autobahnausfahrten und Parkmöglichkeiten finden sich bei der Beschreibung der jeweiligen Stadt.
Positive Punkte:
- Ausreichende Stadtpläne der größeren Städte/Orte
- Für Kurztrips ausreichende Beschreibungen der Sehenswürdigkeiten der einzelnen Städte/Orte
Verbesserungsmöglichkeiten:
- Das Bildmaterial ist teilweise dürftig (manchmal nur Zeichnungen der jeweiligen Sehenswürdigkeit, von vielen berühmten Gebäuden kein Bild, was das Auffinden etwas erschwert, Fotos, wo Personen oder Schatten das Motiv verdecken!).
- Ich hätte mir (wie im Falk-Spirallo) eine "Highlights"-Liste gewünscht, vielleicht getrennt nach Nord- und Südtoskana. So ist es für jemanden, der die Toskana zum ersten Mal besucht (und kein halbes Jahr Zeit dafür hat) schwierig, eine Auswahl zu treffen. Die Sehenswürdigkeiten sind sehr sachlich und neutral beschrieben, eine Wertung, wie "sehenswürdig" eine Kirche oder ein Park tatsächlich ist, bleibt dem Leser überlassen.
Das Land kennenlernen statt Touring (Bewertung 5 von 5)
» Doris Waczenski
Der Toscana-Reiseführer aus dem Michael Müller Verlag ist die ideale Ergänzung für Baedeker & Co. und macht Tourismus zu individuellen Reisen.
Das Buch bietet zuerst eine Fülle von praktischen Tipps und Wissenswertem und hilft dabei, die Toskana zu verstehen und nicht wie ein Fremder zu reisen, ist aber auch bei Notfällen hilfreich. Sehr interessant sind neben den Reiseinformationen auch die fundierte und gut zusammengefasste (Kultur-)Geschichte der Toskana.
Es folgen die Orts- und Landschaftsbeschreibungen, nach Gebieten gegliedert. Obwohl die Gliederung nicht ganz transparent ist, findet man alles problemlos durch den guten Index. Der Beschreibung eines Ortes und der Sehenswürdigkeiten folgen Tipps zum Einkaufen, Restaurants, Bars und Übernachtungsmöglichkeiten, die sehr charmant und bewußt subjektiv beschrieben sind. Besonders wertvoll sind die diversen persönlichen Tipps, sei es zum Baden im Fluß, zur Besichtigung einer Quelle oder einem idyllischen Strand, die kein (mir bekannter) Toskana-Reiseführer bietet. Der Reiseführer ist sich nicht zu fein, auch mal zu sagen, dass es wenig Sehenswertes in dem Ort gibt und beschreibt als Ausgleich ein kleines, familiäres Museum wie das zur Geschichte des Nagels. Gerade diese Hinweise machen den Unterschied zwischen Pflichttourismus und dem Versuch, das besuchte Land und seine Kultur zu verstehen und die Reise intensiver zu erleben.
Fazit: Wer ernsthaftes Interesse an der Toskana hat und mehr als ein paar Tage bleibt, sollte neben dem großen Kulturführer Baedeker auf jeden Fall den Reiseführer vom M. Müller Verlag mitnehmen, der dem Reisenden wie ein guter Freund zur Seite stehen wird.
Bester Toskanaführer (Bewertung 5 von 5)
»
Nach unserem 2. Toskanaurlaub haben wir uns heuer im Vorfeld diesen Reisführer gegönnt und bereuen keinen Cent. Beste Adressen und super Tips sowohl für Leute die im Land stöbern möchten als auch diejenigen die sich mangels Zeit auf den typischen Touristenpfaden bewegen. Sehr gut die Tips zum einkaufen von "Prodotti tipici Toskani" auf den kleinen Bauernhöfen und Fattorien. Sehr zu empfehlen. Gehört ins Gepäck jeden Toskanafahrers
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Toscana. Reisehandbuch und Karte. Das umfassende Reisehandbuch zur Toscana
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