Hinweise zum Buch (Bewertung 5 von 5)
» Daniel Schueepp-Giaquinto
- sehr guter Krimi
- Packend und gut geschrieben
- Gute und aktuelle Story
- neben Dürrenmatt kenne ich keinen, den ich gelesen habe aus der Schweiz
- Viele Informationen für eine zentrale Person Herr Steiner
- Die Auflösung des Falls war für mich sehr überraschend
- Volk erfahrt so was zum Glück nie
- Dass ein Triathlon eingebaut wurde, hat mich aufgestellt
Ich lese in den Ferien wirklich selten etwas, nehme immer etwas mit, kümmere mich dann um die Kinder und lese es dann doch wieder nicht. Aber die Geschichte hat mich gepackt und ich habe sie wirklich gerne gelesen
Daniel Schüepp
Russenmafia in Zürich (Bewertung 3 von 5)
» zueribueb
Stefan Naglis ist, wenn er nicht Krimis schreibt, selbstständiger IT-Spezialist im Bankbereich. Mit diesem Know-how könnte man einen tollen Krimi gestalten, jedoch verschenkt Naglis das Thema (Geldwäsche, organisierte Kriminalität) völlig und gleitet statt dessen in Fernsehrealitäten ab. "Der Schatten des Geldes" ist zwar ganz solide und unterhaltsam geschrieben, jedoch ist die Geschichte sehr oberflächlich und reisserisch und deshalb auch unglaubhaft. Das Personal, vor allem das Ermittlerduo, ist dafür ganz interessant.
Für mich kommt das Buch zum Teil etwas lehrerhaft rüber, da Naglis immer wieder sein zusammen getragenes Wissen ausbreitet. Viele Fakten sind zwar richtig recherchiert, allerdings ergibt das noch kein stimmiges Gesamtbild. Naglis gibt vor, eine realistische Polizeiarbeit zu beschreiben, jedoch hat er offensichtlich keine Insiderkenntnisse, weshalb vieles ziemlich klischeehaft und unrealistisch ist. Naglis nennt zwar z.B. die richtige Adresse der Staatsanwaltschaft, war aber offensichtlich nie dort (im Gegensatz zu mir). Und so gibt es in vielen Details Unstimmigkeiten. Die Polizei wird im Prinzip so geschildert, wie sie sich ein Laie vorstellt, der die Polizei nur aus dem Fernsehen kennt.
Wenn auf Realität Wert gelegt wird, sollte der Begriff "Brandtour" fallen, den Naglis nicht kennt. An den Tatort rückt zuerst immer eine Truppe aus, die auf Abruf bereit ist, bestehend aus einen Brandtour-Offizier der Polizei, einem Brandtour-Staatsanwalt sowie weitere Personen (z.B. Rechtsmediziner). Die Ermittlungen später führen dann meist andere Polizisten und Staatsanwälte, als diejenigen, die zuerst auf dem Tatort waren. Auch Naglis gelingt es nicht, das Verhältnis zwischen Polizei (Ermittlung) und Staatsanwaltschaft (Strafuntersuchung) richtig zu beschreiben. Sprachlich ist das Buch übrigens auch nur mittelmässig.
Kurt Wallander ist tot, es lebe Marc Steiner (Bewertung 5 von 5)
» H. Meier
Lange habe ich Kommissar Wallander nachgetrauert. Henning Mankell schreibt keine Kriminalromane mehr mit seinem berühmten Ermittler. Als ich nun dieses Buch las, hatte ich den Eindruck, einen neuen Mankell in den Händen zu halten. Der Stil ist zwar klar ein anderer, aber beim Lesen entsteht eine solch intensive Stimmung und eine Identifikation mit dem Protagonisten, wie ich sie bisher nur bei Mankell erlebt habe. Dies obwohl es sich beim Protagonisten um eine ganz andere Figur handelt, als bei Mankells Wallander. Während es sich bei Wallander um einen allein lebenden, eigenbrötlerischen Mann handelt, der mit Frau und Kind fortwährend Probleme hat, handelt es sich bei Marc Steiner um einen erfahrenen Ermittler, der das Herz am rechten Fleck hat und der es versteht, Familie und Polizeiberuf unter einen Hut zu bringen. Endlich ein "normaler" Ermittler aus Fleisch und Blut wie aus dem Leben geschnitten und nicht ein psychisches Wrack oder komischer Kauz, wie es sonst bei vielen Kommissaren so üblich ist. Steiner ist ein einfühlsamer, erfahrener Kriminalist, der viel Menschenkenntnis besitzt und es versteht, sich in andere Personen zu versetzen. Durch diese Fähigkeit schafft er es, schwierige Fälle zu lösen.
In einem Auto wird die Leiche eines Mannes mit einem Kopfschuss gefunden. Die Waffe befindet sich am Boden zwischen den Füssen des Toten. Ein klarer Fall von Selbstmord ist Steiners Chef überzeugt. Doch Steiner hat Zweifel. Während sein Chef den Fall gleich abschliessen will, beharrt Steiner darauf, die privaten Verhältnisse genauer abzuklären. Schliesslich findet er heraus, dass es sich um Mord handeln muss. Da Steiners Partner bei einem Autounfall schwer verletzt wird, wird ihm die junge, unerfahrene Lara Binelli als neue Dienstkollegin zur Seite gestellt. Diese erweist sich bald als tatkräftige Ermittlerin und die beiden ergänzen sich gegenseitig. Steiner bringt die langjährige Erfahrung mit, während Lara durch ihre unkomplizierte Art und ihr südländisches Temperament (ihre Eltern stammen aus Sizilien) oft einen anderen Blickwinkel bei den Ermittlungen ermöglicht.
Als Steiner die Staatsanwaltschaft davon überzeugen kann, dass sie es mit Mord zu tun haben, gewinnt die Story dermassen an Fahrt und steigt die Spannung so, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann. Es sei nur soviel verraten: Die Spuren führen zu einer Schweizer Bank, bei welcher Drogengelder gewaschen werden. Steiner läuft die Zeit jedoch davon, denn ein Auftragskiller, der es auf die Zeugen abgesehen hat, scheint ihnen immer einen Schritt voraus zu sein. Schliesslich wird Steiners Familie bedroht und er selbst muss sich dem Killer stellen. Spannung pur!
Alles in allem ein überzeugendes Debüt. Die Figuren scheinen echt und aus dem Leben gegriffen, die Story ist sauber aufgebaut und alle Fäden laufen zu einem Ende zusammen. Die Ermittlungsabläufe und die involvierten Stellen bei der Kantonspolizei Zürich sind gut recherchiert und man kann dabei einiges lernen.
Es bleibt nur zu hoffen, dass bald eine Fortsetzung mit dem sympathischen Ermittler folgt.
Geld- und Zeitverschwendung (Bewertung 1 von 5)
» K. Beck-Ewerhardy
Mit Elementen wie der brutalen, mit Drogen handelnden Russenmafia, dem vorgetäuschten Selbstmord, der Drogen nehmenden Polizistentochter, der neuen Partnerin, die zunächst unerwünscht ist, dem bösen Chef und einem ominösen Auftragskiller namens Boris sowie einer blonden femme fatale werden so ziemlich alle Krimiklischees aus sechs Jahrzehnten bedient, ohne dass dabei etwas wirklich Interessantes entsteht. Hier hätte ein gutes Lektorat dem Autoren dringend ein paar schonende Hinweise geben müssen. Auch muss den Leserinnen und Lesern eigentlich nicht ganz so viel erklärt werden, wie es hier die ganze Zeit über geschieht. Dies wirkt zum Teil störend und bremst die eh nicht unbedingt rasante Handlung unnötig ab. Ohne dies wäre der Roman sicherlich 120 Seiten kürzer gewesen und dadurch lesbarer. Alles in Allem ein Roman, den man sich besser spart.
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Der Schatten des Geldes
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