Fantastisch geschrieben (Bewertung 4 von 5)
» Stefanie H.
Als ich das Buch zur Hand nahm, war ich innerlich bereits auf einen durchschnittlichen Historienroman mit der eher gewöhnlichen Handlung eines jungen, kriegserprobten Mädchen, das eben ihr geliebtes Land verteidigen muss und dabei unwillkürlich zur Heldin und zum Vorbild ihrer Stammesgenossen aufsteigt, gefasst. Allerdings wurde ich positiv überrascht und meine Erwartungen übertroffen.
Der Klappentext (der wie hier auch schon öfters erwähnt, viel verspricht und Erwartungen erschafft) hat mit der Handlung sogesehen kaum zu tun. Von Bán's - unterschwelligem - Hass auf Caradoc wird in ungefähr 4 Sätzen bekannt. Auch Breaca's und Caradoc's "in die Arme sinken" ist übertrieben, von Breaca's Gefühlen zu ihm werden bis auf winzige Details kaum etwas genannt und erst gegen Ende wird man ihrer gegenseitigen Zuneigung bewusst.
Der Anfang des Buches zieht sich hin, man muss sich tatsächlich durch ca. 200 Seiten traditioneller Mythen, Visionen, Traumdeutungen und Göttergeschichten kämpfen. Auch die Zeitsprünge und das sich daraus ergebende ständige Mitdenken über das Alter der Protagonisten haben mich persönlich gestört.
Richtig interessant wird es dann bei Bán's und Iccius' Entführung nach Gallien. Diese Szenen sind rührend, dramatisch und übertreffen erstmals meine Erwartungen hinsichtlich des Klappentextes.
Man beginnt, Bán eher als die Hauptfigur zu sehen und sich in sein Denken und sein Leiden hineinzuversetzen. Der innige Todeswunsch macht die Dramatik meiner Meinung nach perfekt. Seine spätere Beziehung zu dem Präfekten Corvus (der auch zu einer meiner Lieblingsfiguren aufstieg) empfand ich übrigens als nette Gegenseite und erfüllte auch die "romantische" Seite des Buches, welche ich bei Breaca, kaum finden konnte. Ihre Zuneigung zu Airmid wurde eher selten angesprochen, schien während des Buches auch zu verblassen, und die zu Caradoc, wie schon genannt, wurde erst gegen Ende freigelegt und das ziemlich überraschend. Das war es auch, was mich ein bisschen an dem Charakter Breaca gestört hat. Ihre Empfindungen schienen ein wenig oberflächig und sich eher auf den Krieg als auf Dinge wie Liebe zu beziehen.
Theophilius und Gaius waren die amüsanten Lichtpunkte des Buches, zweifellos ist es Manda Scott gelungen, Figuren zu erschaffen, die tiefgründig sind und Charakter haben, sich oft stark voneinander unterscheiden und trotzdem zu verstehen sind. Der Bösewicht Amminios gehört meiner Meinung nach zu ihren besten Entwürfen. Soviel Bosheit glaubwürdig zu verpacken zeugt von Talent.
Von den 5 Sternen muss ich einen für die wirklich detailgetreue, oft langatmige Vorgeschichte (also die 200 ersten Seiten) abziehen. Auch die sehr genaue Darstellung der Verstümmelungen in den Schlachten und die beschriebene Unbarmherzigkeit der Römer/Gallier gegenüber den Sklaven empfand ich als zu viel des Bösen. Da ich nicht als großer Gewaltfan gelte, sei mir das verziehen ;-) Ausserdem hat mich das Ende nicht wirklich zufrieden gestimmt. Da hilft nur Band II, das ich demnächst verschlingen werde :)
Ansonsten ein sehr sehr ansprechendes Buch. Hat mir wirklich gefallen und mich stark gefesselt. Empfehlenswert!
Fesselnd (Bewertung 4 von 5)
» Breonin
Eines gleich vorweg: wer ein "historisch oder archäologisch korrektes" Buch über die Keltenkönigin sucht, wird hier wohl enttäuscht werden. Allzuwenig berichten zeitgenössische Quellen aus dem Leben der Boudica, die erst in ihren letzten Lebensjahren aus dem Dunkel der Geschichte tritt. Letztlich geht es aber wohl darum, einen spannenden, ansprechenden Roman zu verfassen - gewisse dichterische Freiheiten mögen also verziehen werden. Dies ist der Autorin mit Einschränkung sehr gut gelungen! Störend waren unter anderem die großzügige Verwendung von Superlativen (die größte/beste/...die es jemals gab), die undeutliche Charakterisierung der Träumer (Druiden?), manche New-Age-Feminismen und die etwas überzeichnete Keltenromantik (ländliche Idylle vor der Römerinvasion). Interessant auch die häufig vorkommende Homo- oder Bisexualität unter den Hauptfiguren (wäre etwa die Beziehung zwischen Breaca und Airmid andernfalls nicht um einiges reizvoller gewesen?!). Anmerkung zur Übersetzung: besser "Fibel" als Brosche!
Reichlich Pluspunkte gibt es wiederum für viele rührende kleine Momente, eine wirklich mitreißende Geschichte und die sehr facettenreich dargestellten Personen - allen voran etwa Bán und seine allmähliche Veränderung oder seine Beziehung zu Corvus.
Weiters positiv hervorzuheben ist die im Anhang angeführte Bibliografie der Autorin.
Resümee: ein Buch, das auch ein 2. und ein 3. Mal mit der gleichen Besessenheit verschlungen wird, kann nur sehr gut bewertet werden! Die Boudica-Reihe gehört inzwischen definitiv in die Reihe meiner Lieblingsbücher!
Hat mit der Königin Boudicca/Boadicea nichts zu tun! (Bewertung 1 von 5)
» U. v. Hutten
Es ist unglaublich, wie skrupellos Manda Scott die historische Realität verzerrt. Sie mißbraucht den Namen und das Leben der Icener-Königin Boadicea, um unsäglichen Kitsch zu verbreiten, schrecklich ...
Wer die wahre (und wirklich gut erzählte) Geschichte der britannischen Königin Boadicea kennenlernen möchte, sollte zu Manfred Böckls Roman "Die letzte Königin der Kelten" bei Aufbau greifen.
(1 Stern minus 1 Stern = O)
Einfach wunderbar! (Bewertung 5 von 5)
» Bücherhexe
Ich muss gestehen, dass ich manche Rezensionen hier nicht ganz verstehe.
Für mich ist Manda Scott einfach einmalig und ihre Romane über die Keltenkönigin Boudica sind einfach brilliant.
Natürlich werden Hunde und Pferde sehr detailiert beschrieben, aber man darf auch nicht vergessen, dass diese Tiere von den Kelten verehrt wurden.
Als ich das Buch las, konnte ich es jedenfalls nicht mehr aus der Hand legen. Nur zu gut konnte ich mich in die verschiedenen Charaktere hinein denken und habe dabei ständig mit ihnen mitgelitten.
Jedenfalls gehört diese Serie einfach zu meinen Lieblingsbüchern!
Hätte besser sein können, deshalb 3,5 Sterne!! (Bewertung 3 von 5)
» Sam
Mit "Die Herrin der Kelten" hatte ich gehofft, auf unterhaltsame Weise einiges über die damalige Zeit und die Menschen zu erfahren, doch leider gelang das dem Roman nicht immer so ganz.
Es ist nicht so, dass man nichts über die Kelten erfährt allein die ersten 200 Seiten stellen ausführlichst die Träumer und alles was mit ihnen zu tun hat dar (auch wenn mir noch immer nicht 100 %-ig klar ist, ob diese Träumer = Druiden sein sollten und wenn nicht wo diese geblieben sind), doch mit Unterhaltung hatte das leider nicht viel gemein. Scott verlor sich teilweise in so langwierigen und uninteressanten Beschreibungen, dass es wirklich äußerst mühsam war, sich da durchzukämpfen.
Erst mit Caradoc kommt endlich Leben in das Buch und er hat schon sehr interessante Ansätze, doch leider wird er entgegen meinen Erwartungen nicht zur Hauptperson und die Autorin hält ihn zu sehr bedeckt, als dass er einem wirklich zugängig wird.
Letzteres ist leider auch bei Breaca der Fall. Sie ist die Heldin dieses Buches und man sollte meinen, dass man mit ihr am meisten sympathisiert, doch mir war sie irgendwie recht gleich. Ihre Empfindungen wurden ganz schlecht rübergebracht, ihre Bindung zu dieser eigenartigen Airmid, die ich eh überhaupt nicht leiden konnte, war für mich nicht nachvollziehbar und obwohl immer die Rede von ihr war, blieb sie blass und wurde viel zu oberflächlich behandelt (erst am Ende des Buches wurde ich ein bisschen warm mit ihr, doch bei weitem nicht so wie es sein sollte).
Auch ihre angeblich so mächtige Position wurde so gar nicht deutlich (bis auf den Schluss), sie wirkte vielmehr wie eine von vielen.
Was ich auch nicht gerade gut fand, war dass die Autorin oft in Rätseln gesprochen hat oder viel mehr sprechen ließ und sich in Andeutungen und Unterschwelligkeiten verlor, sodass man häufig nicht wirklich sicher war woran man war. Was Caradoc und Breaca anging tappte ich zum Beispiel ständig bis zum Schluss im Dunkeln, ohne zu wissen, ob zwischen ihnen nun etwas läuft oder nicht und ob sie es überhaupt wollen oder nicht. Das war schon nervig, wäre das offener für den Leser gelaufen, hätte es die beiden einem sicher doch näher gebracht.
All das war also leider eher schlechter Durchschnitt und nicht gerade gelungen, doch es gab hier durchaus auch etwas sehr lesenswertes!
Zum einen war es der einfach hervorragende Schreibstil der Autorin und zum anderen Bàns und Iccius' Geschichte. Sie war tragisch und sehr rührend und schaffte es das Buch zusammen mit so sympathischen Charakteren wie Corvus und Theophilus doch sehr lesenswert zu machen.
Hätte die Autorin sich auch den anderen Personen in ihrem Roman mit der gleichen Sorgfalt gewidmet, statt sich so langwierig mit der Kultur zu beschäftigen, wäre "Die Herrin der Kelten" sicher sehr viel besser geworden. So vergebe ich, für das trotzdem auf keinen Fall als schlecht zu bezeichnende Buch, von dem ich nicht abraten würde und wohl auch die Fortsetzungen lesen werde, leider nur 3,5 Sterne (hier leider nur 3 möglich).
Noch eine Anmerkung zu dem Klappentext: Ich habe noch nie etwas so irreführendes und einfach auch schlichtweg falsches gelesen wie das und rate eher dazu, es ganz schnell zu ignorieren!!
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Boudica. Die Herrin der Kelten
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