Buchrezensionen
 


Die magischen Städte 01. Sommer der Zwietracht.    Neue Besprechungen RSS

Die magischen Städte 01. Sommer der Zwietracht.


Daniel Abraham Andreas Heckmann

Broschiert. Blanvalet 2007-08.
ISBN: 3442244463 / 3-442-24446-3
EAN: 9783442244461


Interessantes Setting mit Handlungsschwächen   (Bewertung 3 von 5)
» Alphaflight83

Ich gebe zu, dass das Setting um die Dichter mit den von ihnen gebundenen Andaten etwas sehr originelles in der Fantasylandschaft darstellt.
Gerade deswegen habe ich das Buch auch gekauft.
Die Charaktere sind sehr glaubwürdig und die einzelnen Handlungsstränge bis zu einem gewissen Grad interessant.
Leider habe ich beim Lesen die ganze Zeit darauf gewartet, dass etwas Schwung in die Handlung kommt.
Es plätschert alles ein wenig vor sich hin und das "Große Ganze"-Gefühl fehlt.
Mit dem Schluss bekommt man allerdings eine Ahnung, wie sich die Handlung auf die Folgebücher auswirken könnte,
in denen dann hoffentlich auch etwas mehr passiert, als die Abhandlung einiger "Einzelschicksale".
Der 2te Band wird von mir seine Chance bekommen, in der Hoffnung, dass die vorhandenen Möglichkeiten genutzt werden.


Fantasy-Dostojewskij? Was gefällt und was fehlt...   (Bewertung 4 von 5)
» H. Hein

In der Tat originelle Voraussetzungen: Der Beginn irritiert und fasziniert, denn die Schilderungen eines didaktischen Prinzip einer Schule, welche Leidensfähigkeit und Mut zum Widerspruch ihrer Schüler auf Umwegen herauszubilden sucht, weist bereits auf einen wichtigen Teil des im folgenden präsentierten, fragwürdigen Gesellschaftssystems - einschließlich der Einführung des sich nicht integrierenden Protagonisten Otah, der gerade deshalb später zur Schlüsselfigur mit tragischem Potential wird. Ein weiterhin strengeres personales Erzählen aus seiner Perspektive - wie in Dostojewskijs "Schuld und Sühne" - hätte sicherlich ein faszinierendes literarisches Konzept ergeben. Stattdessen wechselt das Erzählen, wie (nicht nur in diesem Genre) zumeist gewohnt, zwischen verschiedenen Perspektiven diverser Protagonisten und bleibt dabei mitunter leider oft zu oberflächlich, um die in den Figuren und Problemstellungen ihres Handelns angelegten psychologischen Spannungen der einzelnen Figuren noch deutlicher in ihrer Ausweglosigkeit herauszuarbeiten. Diese häufig angedeutete innerliche Zerrissenheit aller Hauptfiguren hätte hier nach noch eindringlicheren Innenperspektiven verlangt (was auch die etwas banal gehaltene Dreiecksbeziehung aufwerten würde), denn sie ist konstitutiv für das Geschehen selbst.
Ein solcher literarischer Anspruch wäre aber vielleicht für dieses Genre unangemessen: Was der Roman mit Erfolg leistet, was seinen Unterhaltungswert und seine imaginative Kraft ausmacht, ist der zum Teil äußerst originell gestaltete Entwurf einer östlich angehauchten Kultur und ihres Systems, das auf einem in jeder Hinsicht zentralen Detail - den Andraten - beruht, die als magische Technologie nicht nur schwer zu kontrollieren sind, sondern zudem im Sinne des Wortes ein Eigenleben entfalten, das erst zu den Komplikationen führt, von welchem dieses Buch handelt. Denn bereits die anfänglich geschilderte Schule zielt einzig auf die Herstellung und Kontrolle dieser Technologie als Machtfaktor, und die zentrale Intrige, welche eben ein solcher Andrat und eine westlich-imperialistische Gegenkultur betreiben, auf deren Zerstörung (bzw. auf Selbstzerstörung). Die Dialoge, an denen der Andrat als eine Art Mephisto-Figur beteiligt ist, gehören somit zu den stärksten, und die Verwandtschaft von Otah mit Samenlos, dem Andraten (ein sprechender Name), in ihrer persönlichen Entfremdung gegenüber dem gesellschaftlichen System, dessen Produkte sie sind, noch deutlicher hervorzuheben, läge nahe.
Details wie das Spiel mit der von kulturell konventionalisierten Gebärdensprache oder die Nachfolgekämpfe in den Adelsfamilien, aber auch die erst wenig entfalteten Aspekte der magischen Dichter-Andraten-Beziehung bieten viel literarisches Potential. Die Entwicklungen der Figuren können bereits mit Spannung und Zuhilfenahme der eigenen Phantasie, des Einfühlungsvermögens verfolgt werden; das offene Ende (aber immerhin ein Ende, ganz gegenüber der häufigen Unsitte, zunächst nur halbe Romane zu veröffentlichen) läßt darauf hoffen, daß die latenten Möglichkeiten dieser interessanten Welt und ihrer Figuren von Abraham in den Fortsetzungen mit angemessener Akribie weiter erkundet werden. Vielleicht werden dann die bereits angelegten Dostojewskijschen Züge der Protagonisten noch intensiver in den Mittelpunkt gestellt. Einen Kennenlernen dieses Romans lohnt also durchaus - den Goodkinds und Salvatores ist er bereits deutlich vorzuziehen.


Stilles Buch   (Bewertung 4 von 5)
» Albert Marony

Im ersten Buch von Daniel Abrahams Tetralogie "Die magischen Städte" wird der Leser in eine von Riten und Hierarchie bestimmte Gesellschaftsform eingeführt, die stark an antike und fernöstliche Muster gemahnt und deren Säulen der Handel, die Vergnügungen und das Wirken des Andaten, der körperlichen Manifestation eines geistigen Prinzips zum Wohle der Stadt, darstellen. Die Idee Abrahams, dass der berufene Dichter der Metropole Saraykeht mittels Beschwörungen ein ideales wie idealisiertes Abbild seiner Selbt entstehen läßt - den Andaten - , um diesen zu einem nutzbringenden Adlatus der Regierung zu entwickeln, besticht und läßt auf ein rasantes Wirken dieses fleischlichen Geistwesens hoffen. Nur ist es so, dass Abraham sein Geschöpf an der kurzen Leine hält und dessen Radius im Erzählfluß stark einschränkt, den Reiz eines Geistwesens im Sinne eines Engels (noch) nicht ausschöpft. Der Andat handelt eher im Verborgenen, und die Protagonisten des Romans (Otah/Itani, Maati, Liat, Amat, Heshai) sind vielmehr Bürger der schönsten aller Städte, eine überschaubare Figurenkonstellation aus Willensstarken und Willensschwachen. Abraham verwendet die literarische Kunst der Andeutung, die Beweggründe und Empfindungen seiner Figuren werden nicht ausformuliert, es bleibt stets viel Raum um sie, den der Leser mit seiner Imagination ausfüllen kann. Der formale Aufbau des Buches ist behutsam, mitunter umständlich und teils nehmen, im Gegensatz zur Charakterisierung der Handelnden, Schilderungen von allzu äußerlichen Dingen zu viel Platz ein. Ein Manko der Erzählung ist die nicht vorgenommene Verknüpfung von Religion und der Existenz des Andaten. Hier wäre vielleicht eine Gegenüberstellung der beiläufig erwähnten Götter mit dem Geistwesen aufschlussreich gewesen. Ansonsten halten sich, wie etwa in "Krieg und Frieden", Niedertracht, Vergebung und die Aussicht auf ein gerechteres Leben die Waage. Man kann auf den zweiten Teil gespannt sein und auf den neuen Andaten ...


Ein Buch voller Schatten und Licht   (Bewertung 3 von 5)
» Christoph Metzler

In Sommer "der Zwietracht" bzw. "A shadow in summer" haben Worte eine ganz eigene Bedeutung. Jeder Mensch mag man sich mit seinen Worten seine eigene Realität schaffen, in der hier beschriebenen Welt sind Worte aber noch weit mehr. Die dortigen Künstler -Poeten genannt- können Gedanken und Ideen in eine Gestalt formen und sie Realität werden lassen. Eine erfrischend andere Form des Phantastischen. In der hier beschriebenen asiatisch-angehauchten Welt sind die Poeten die Garantien von Stabilität und Wohlstand. Doch hinter jeder Zivilisation wartet die Barbarei und Worte an sich sind tückisch. In einem Strudel der Ereignisse, welche zum Umsturz dieser Welt führen könnten erleben wir das Schicksal von vier Protagonisten wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten.

Da ist die ältere Händlerin, welche eigentlich ihren Lebensabend genießen wollte nun aber die Existenz ihrer Heimat und ihres ganz persönlichen Lebens durch eine Verschwörung ihres langjährigen Freundes, Vorsitzenden und heimlichen Geliebten in Gefahr sieht. Ihre Geschichte ist wundervoll geschrieben und weiß durch die äußerst drastische Darstellung verschiedener sozialer Verhältnisse, ihrer persönlichen Verzweiflung und vor allem durchaus kluger wirtschaftlicher Ideen sehr zu gefallen. Im Wesentlichen lässt sich dieser Teil der Geschichte auch als eine Art wirtschaftlicher Kriminalroman mit einzelnen Anleihen von Sozialkritik im Fantasy Genre lesen. So weit ist dieses Buch an sich gelungen. Weniger gelungen ist aber gleichwohl der zweite Teil des Buches: Eine klassische Coming of Age Erzählung vermischt mit der publikumswirksamen Dreiecksbeziehung. Diese Geschichte hat durchaus Potential, die Charaktere in ihr sind bspw. sehr gut herausgearbeitet, nur leider hat man das alles in dieser Form schon sehr oft gesehen. Wie alles enden wird war daher sehr leicht abzusehen (und wird im englischen Original auf der Rückseite des Buches verraten, Achtung !).

Dieses Buch ist eine Einleitung für eine Trilogie, kann aber unter Umständen auch alleine gelesen werden, da zumindest Teile der Handlung abgeschlossen sind. Der Stil des Autors ist teils etwas ausschweifend, dennoch kann man der Handlung relativ leicht folgen. Um das gesamte Buch in all seinen Nuancen -trotz der recht trivialen Handlung- zu verstehen braucht es aber unter Umständen mehrere Lesedurchgänge. Der hohe und ungewöhnliche Anteil von nonverbaler Symbolik zur Darstellung der Handlung gefällt und verleiht dem Buch eine gewisse Stimmung. Gleichzeitig führt er aber dazu, dass Teile der Handlung aus den reinen Worten der Charaktere nicht ersichtlich sind. Auch die dargelegte Ethik ist nicht zwangsläufig konform mit "westlichen" Sichtweisen. So manche Motivation und Zielsetzung der Figuren mag dem einen daher etwas ungewöhnlich erscheinen. Der Autor macht es dem geneigten Leser trotz des ungewöhnlichen Setting teilweise aber (zu) einfach indem er klassische bekannte Elemente wie die erwähnte Liebesgeschichte einbaut, damit aber gleichzeitig sein Gesamtwerk abschwächt. Ein bisschen mehr Mut sein Konzept dann auch ganz auszuführen wäre lobenswert gewesen, aber was nicht ist kann ja noch werden, bspw. in der Fortsetzung der Geschichte: "A betrayal in winter"


Ein Blickfang in vielerlei Hinsicht   (Bewertung 4 von 5)
» Hai Tien Tran

Beim Stöbern in der Buchhandlung gefunden, zu Hause sofort ausprobiert: Die magischen Städte haben mich in ihren Bann gezogen. Ein gut geschriebenes Buch, beachtlich für ein Erstlingswerk. Fasziniert wurde ich von der Vielzahl der Protagonisten, der Verknüpfung ihrer Handlungen und der geschickten Komposition des Auftauchens an einer Stelle, nachdem der Handlungsschauplatz wechselte. Diese Protagonisten wirklen menschlich, ihre Verhaltensweisen und Bedenken sind klar dargelegt oder eröffnen sich dem Leser. Und da liegt auch der Punkt, wo es Abzüge gibt, denn leider sind, nachdem der Charakter einer Person bekannt ist, ihre Handlungen an einigen Stellen nicht schlüssig (warum verbündet sich Otah mit Amat Kyaan?), dennoch trägt dies nur wenig dazu bei, den Gesamteindruck zu verschlechtern.
Nicht zuletzt gefiel mir am Buch, dass es anders ist als andere Fantasyliteratur. Es ist vielschichtiger und beruht weniger auf Action als den Leser mit der fremden Welt in seinen Bann zu ziehen. Mich hat es jedenfalls erwischt und ich kann nur sagen "Weiter so, Mr. Abraham!" und hoffen, dass Band 2 der Reihe nicht minder spannend wird.





Websites, die mit dieser Seite verlinkt sind
Für ein Link zu dieser Seite bekomen Sie ein Link zurück!

   



Das Buch besprechen

Schreiben Sie eine Besprechung und teilen Sie anderen Ihre Meinung mit. Konzentrieren Sie sich dabei möglichst auf den Inhal des Buches. Lesen Sie hierzu unsere Instruktionen zur weiteren Information.

Die magischen Städte 01. Sommer der Zwietracht.



Ihre Bewertung: 
1 2 3 4 5

Geben Sie die Überschrift Ihrer Besprechung ein (mindestens 2 Wörter):



Schreiben Sie Ihre Besprechung in das Feld unten (max. 1000 Wörter):



Sprache der Besprechung: 

Ihre Name (optionalen):



Ihre E-Mail-Adresse (wird nicht angezeigt, sondern nur zur Bestätigung benutzt):







Die magischen Städte 01. Sommer der Zwietracht. Ihre Besprechung wird in fünf bis sieben Arbeitstagen erscheinen.

Die magischen Städte 01. Sommer der Zwietracht. Besprechungen, die nicht unseren Instruktionen entsprechen, werden nicht veröffentlicht





Weitere Bücher

Prüfungsvorbereitung aktuell. Industriekauffrau/Industriekaufmann. GesamtpaketPoste Mon AmourPhraseologie und Formulierungsmuster in medizinischen TextenPlaygroundsPraxis der Echokardiographie. Das Referenzwerk zur echokardiographischen DiagnostikPalazzo Dario.50 Praxistools für Trainer, Berater und Coachs. Überblick, Anwendungen, KombinationenPompeji. GroßdruckPolymers and Light. Fundamentals and Technical ApplicationsPharmaceutical Economics and Policy. Theory and Practice

Buchrezensionen > Die magischen Städte 01. Sommer der Zwietracht.
Die magischen Städte 01. Sommer der Zwietracht.
Die magischen Städte 01. Sommer der Zwietracht.
  

Die magischen Städte 01. Sommer der Zwietracht.



Kaufen bei Buecher.de

Eine Besprechung schreiben



Buchrezension.org

Aktuelle Besucherzahl: n/a



Themenbereiche

Belletristik

Business & Karriere

Börse & Geld

Computer & Internet

Fachbücher

Film, Kultur & Comics

Hörbücher

Kinder- & Jugendbücher

Kochen & Lifestyle

Krimis & Thriller

Lernen & Nachschlagen

Naturwissenschaften

Politik & Biografien

Ratgeber

Reise & Sport

Religion & Esoterik











Buchrezensionen | Hilfe & Unterstützung | Über uns

Sitemap: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
Bokrecensioner Boganmeldelser Bokanmeldelser Kirja-arvostelut Critiques de Livres Buchrezensionen Critica Literaria Book reviews Book reviews Recensioni di Libri Boekrecensies Critica de Libros
Buchrezensionen