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Die Teufelshaube


Ariana Franklin

Gebundene Ausgabe. Droemer/Knaur 2008-03.
ISBN: 3426197405 / 3-426-19740-5
EAN: 9783426197400


Präsentation des Verlages

Ihren ersten Auftritt im Dienste Ihrer Majestät Henry II. durften wir vor zwei Jahren, pardon, im Jahre 1171, staunend bewundern. Adelia, Die Totenleserin, mit dem damals in England für eine Frau schier undenkbaren Beruf der Ärztin und Leichenbeschauerin, löste eine grausige Kindermordserie und half dem König aus einer brenzligen Staatsbredouille. Ein Jahr später nun benötigt er erneut die Hilfe dieser erstaunlichen Frau, die an der berühmten Ärzteschule von Salerno ihr blutiges Handwerk erlernte. Rosamund Clifford, des Königs schöne Mätresse, wurde durch eine Vergiftung dahingerafft. Sofort fällt der Verdacht auf die eifersüchtige Königin Eleanor von Aquitanien. War dies gar ein Versuch, Henry zu stürzen und eine Staatskrise auszulösen? Erneut muss Adelia zur Rettung des armen Heinrich ihr Reisebesteck auspacken.

Und ebenso erneut nutzt Franklin historische Leerstellen, um sie mit eigenem thrillertauglichen Material aufzufüllen. So bei der Figur der „Fair Rosamond“, die von der Autorin entgegen gesicherter Erkenntnisse erheblich aufgepeppt wurde. Überhaupt scheint das pragmatisch unbeschwerte Kurbeln am historischen Personalkarussell Franklin keine allzu großen Sorgen zu bereiten. Ein Brief an Eleanor, den man bei der toten Rosamund fand, lässt den Verdacht aufkommen, dass sie die Königskrone für sich beanspruchte, doch Adelia ahnt längst, dass weitaus größere Kaliber am Meucheln und Konspirieren sind. Als sich schließlich im winterlich verschneiten Oxfordshire auch noch ein Killer auf die Suche nach seinem Opfer macht, strafft sich auch der Spannungsbogen merklich. Suspense! - ein Zauberwort, dem Ariana Franklin durchaus einige Studien widmen sollte.

Was auf die Schilderungen drastischer Heilpraktiken und Körperwelten nicht zutrifft, mit denen die Robustheit unserer Magennerven aufs Empfindlichste getestet werden. Im Showdown absolviert die während des gesamten Romans am Tisch über ihren Brief gebeugte, tote Rosamunde, ihren letzten großen Auftritt - zugegeben recht flüssig -, wie der arme Leser und die noch bedauernswertere Adelia bestätigen werden. Mit diesem zweiten Auftritt der „historischen Patricia Cornwell“, wie „Bild am Sonntag“ etwas lahm verglich, ist Ariana Franklin jedenfalls auf bestem Wege, ihre Totenleserin in unseren Köpfen fest zu installieren. -Ravi Unger




Gelungener historischer Krimi   (Bewertung 4 von 5)
» Hamburger Deern

Die Fortsetzung der "Totenleserin" ist gelungen. Allerdings sollte man das genannte Buch gelesen haben, um sich in die handelnden Personen schneller einfinden zu können.
Wie auch schon im ersten Buch ist Adelia gefordert, herauszubekommen, wer hinter dem gelungenen Mordanschlag auf die Mätresse Henrys II. steckt. Im tief verschneiten England im 12. Jahrhundert gestaltet sich dieses allerdings nicht so einfach. Darf sie als Frau doch gar als Doktor in Erscheinung treten, sondern muss sich ihres sarazenischen Freundes behelfen, der gegenüber Dritten als der verantwortliche Doktor auftreten muss, um den Schein zu wahren.
Die Beziehung zum Bischof Rowley wird auf eine harte Probe gestellt und durch die selbstbewusste, eigenständig denkende Adelia macht sich und Rowley das Leben nicht einfach. Zumal sie auch noch an das Wohl der gemeinsamen Tochter denken muss.
Das Buch lässt sich sehr gut lesen, es ist auf jeden Fall von Vorteil "Die Totenleserin" zu kennen, weil m.E. zu wenig auf das Vorgeschehen eingegangen wird, um als Neu-Leser sofort alles zu durchschauen. Während des Lesens entstehen die Bilder im Kopf und man fiebert mit den Protagonisten im Irrgarten oder in den vereisten Flüssen im Boot sitzend mit. Wer historische Krimis mag, wird mit diesem Buch gut bedient.


ein spannender, würdiger Nachfolgeband   (Bewertung 4 von 5)
» Happy-end-buecher

Nachdem die Pathologin Adelia ihren letzten Fall um die grausam ermordeten Kinder zur vollsten Zufriedenheit des englischen Königs hat lösen können, bittet er sie unter Umwegen knapp ein Jahr später erneut um Hilfe. Doch diesmal ist er persönlich involviert, seine Mätresse Rosamund wurde durch Pilze vergiftet und da eine Rettung unmöglich erscheint, stirbt sie Tage später.

Henry II. gibt die Aufklärung zunächst Sir Rowley Picot in die Hände; Sir Picot ist der ehemalige Geliebte Adelias mit dem sie mittlerweile eine Tochter hat und der Lesern des ersten Teils Die Totenleserin" schon ein Begriff sein dürfte, denn er klärte zusammen mit ihr den ersten Fall auf.
Doch zwischen Sir Rowley und Adelias Beziehung steht es nicht zum Besten und das ist auch der Grund wieso Adelia sich zunächst etwas ziert, als Sir Rowley sie um Mithilfe bei der Aufklärung des Pilzmordes" bittet.

Da Adelia jedoch nicht aus ihrer Haut heraus kann, lässt sie sich dann aber doch überreden und beginnt mit der Obduktion der Leiche. Doch was sie dabei herausfindet ist mehr als mysteriös und ein Motiv für die Tat scheinen gleich mehrere Personen zu haben. Zudem schrieb das Opfer immer wieder Briefe an die Königin selbst, die ebenfalls allen Grund dazu gehabt hätte, ihre Nebenbuhlerin zur Strecke zu bringen und die sich sehr für den Fall interessiert. Doch wäre die Königin selbst die Mörderin, hätte das fatale politische Folgen für das Königshaus und dem König selbst.

Wieder einmal muss Adelia mit Hilfe ihrer Gefährten ermitteln und sich in Gefahr begeben, um den Mörder zur Strecke zu bringen. Dazu braucht sie aber vor allem einen klaren Kopf- eine Tatsache, die sich jedoch manchmal schwer umsetzen lässt, da sie der Umgang mit Sir Rowley immer noch nicht ganz kalt lässt. Und dann geschehen weitere Morde, die umso mehr für Verwirrung sorgen und die Tätersuche fast unmöglich erscheinen lässt. Doch Adelia lässt sich nicht abschrecken; selbst als sie und ihre Tochter in unmittelbare Lebensgefahr geraten...

Meine Einschätzung:

Dies ist nun der zweite Fall für die Pathologin aus dem Mittelalter; Adelia und auch diesmal gelingt es der Autorin erneut, das mittelalterliche England so farbenprächtig und realistisch zu beschreiben, so dass man als Leser die Kulisse des Romans bildlich vor Augen hat. Man erfährt streckenweise, wie es den Hauptfiguren des ersten Bandes in der Zwischenzeit ergangen ist und wie auch im ersten Teil amüsiert Adelias oftmals trockener Humor, der meiner Meinung nach nur noch von den stellenweise sehr scharfsinnigen und sarkastischen Kommentaren König Henrys II., dem in diesem Buch eine etwas größere Rolle zuteil wird, übertrumpft wird.
War der erste Teil ein wenig düster und beklemmend von der Stimmung her, ist der zweite Teil jedoch ein wenig anders gestrickt". Obwohl die Beschreibung der Obduktion" an des Königs Mätresse, mich regelrecht schaudern ließ, liegt der Hauptfokus auf dem Nachfolgeband eher auf der Beschreibung des gestörten Verhältnisses des Königs zu seiner Gattin und höfischen Ereignissen. Einen großen Part in dem Buch nimmt diesmal auch die intrigante und männermordende" Königin Eleanor ein und das war meiner Meinung nach ein bißchen too much", zumal meiner Meinung nach die Mördersuche und die Ermittlungen als solche ein wenig vernachlässigt wurden, bzw. zu kurz kamen.
Trotzdem empfand ich auch den Nachfolgeband der Totenleserin" sehr unterhaltend und spannend und tappte wieder sehr lange im Dunkeln, was die Aufklärung des Falles betraf. Abschließend hoffe ich, dass die Autorin uns nicht zu lange mit dem dritten Teil der Reihe warten lassen wird, denn seit den Bruder Cadfael Büchern" von Ellis Peters und der Adeila Reihe von Ariana Franklin alias Diana Norman, habe ich keine vergleichbar guten Mittelalterkrimis mehr in Händen gehalten und bin schon sehr gespannt wie es mit Adelia und Sir Rowley weitergehen wird. 4.5 von 5 Bewertungspunkten. (NG)





Spannende Fortsetzung!   (Bewertung 4 von 5)
» BuYo

Zur Handlung:

Adelia muss wieder einmal einen Mord aufklären.
Die Geliebte des Königs Henry wurde ermordet: sie aß den giftigen Pilz Teufelshaube. Alles deutet daraufhin, dass Henrys Gattin Eleonore von Aquitanien die Täterin ist. Das könnte Krieg bedeuten.
Aber das ist noch nicht alles: ein junger Mann und ein armes Mädchen sterben.
Außerdem hat Adelia mit einem Irrgarten, Mordanschlägen, Schneegestöber und ihrem ehemaligen Geliebten Rowley zu kämpfen.

In diesem zweiten Band beweist Ariana Franklin alias Diana Norman mal wieder, dass sie eine talentierte Autorin ist. Das Buch ist spannend, liest sich fließend und wird nie langweilig.
Eine gelungene Fortsetzung!




Mittelalter Krimi mit kluger Protagonistin   (Bewertung 4 von 5)
» Thorsten Wiedau

Die Autorin Ariana Franklin hat mit ihrem zweiten Buch DIE TEUFELSHAUBE ihre Protagonistin aus dem ersten Roman wieder aufleben lassen - die Totenleserin ermittelt wieder. Spannend, an einem realen geschichtlichen Fall, versucht sich Adelia mit der Auflösung und steht vor schier unlösbaren Problemen.


Der Roman DIE TEUFELSHAUBE zeigt sich, wie sein Vorgänger, mit einem guten Spannungsbogen ausgestattet, obwohl er streckenweise kurzfristig langatmig in den Erklärungen wird. Dennoch vermag der Roman durchweg zu fesseln und insbesondere der englische (schwarze) Humor von König Henry II gibt dem Buch eine "heitere" Note - da habe ich doch sehr lachen müssen.

Ein bischen vertrakt ist die ganze Sache schon, denn Adelia soll im Jahre 1172 einen mysteriösen Giftmord aufklären - gar nicht so einfach! Doch mit dem Gespür einer Totenleserin geht sie voran und gibt mit den gewonnenen Fakten der Geschichte mehrfach eine ganz neue Wendung.

Der Roman schwimmt auf der zur Zeit ungebrochenen Mittelalterwelle mit Krimieinschlag - er ist sehr gelungen, liest sich gut weg und verschafft in dieser Zeit eine angenehme Ablenkung vom sonstigen Horror in den aktuellen Nachrichten.

Gerade das Aufgreifen eines realen geschichtlichen Falls finde ich persönlich sehr charmant, da man hier sein historisches Wissen wieder einmal aufmöbeln kann.

Das eine Frau (als Ermittlerin) hier einmal wieder zeigt was sie kann und wie messerscharf ihr Verstand arbeitet, freut mich - von wegen schwaches Geschlecht!

Für Freunde des Mittelalters und der Historienromane ein gutes Buch.

Empfehlenswert!


eine ungewöhnliche Mordgeschichte im Spannungsfeld um 1172   (Bewertung 5 von 5)
» Bendix

Ariana Franklin, bekannt durch ihren ersten Historienroman "Die Totenleserin" hat wieder einen spannenden Roman herausgebracht. Wobei die Erwartungen durch den ersten Roman für mich natürlich sehr hoch waren.
Es geht um die Geliebte Heinrichs II, die an einer merkwürdigen Vergiftung stirbt.
Die Gemahling des Königs ist begeistert. Das Mordopfer hat aber noch diverse Geheimnisse und gibt viele Rätsel auf, die zu lösen sind.
Hier versteht es Arinana Franklin wieder eindrucksvoll, den Leser bei der Aufklärung des Mordes zu fesseln und die Fantasie zu stimulieren. Im Umfeld des Jahres 1172, wo die Kriminaltechnik nicht so ausgereift war wie heute, wird der Leser wunderbar in die damalige Zeit versetzt und köstlich unterhalten. Ich bin in meinen Erwartungen, was die Spannung angeht, nicht enttäuscht worden.





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