Guter Mitschnitt der Salzburger Festspiele (Bewertung 5 von 5)
» Mathias von Gersdorff
Ich habe diese CD für eine längere Autofahrt gekauft und hatte eine gewisse Sorge, daß man mit dem bloßen Zuhören, also ohne den Text dabei zu haben, nicht richtig die Handlung verfolgen zu können. Doch das ist überhaupt nicht der Fall, weil sich die Stimmen deutlich voneinander unterscheiden. Da es sich um ein Mitschnitt der Salzburger Festspiele handelt, ist die Interpretation sehr lebendig.
Leider zu oberflächlich! (Bewertung 2 von 5)
» Schwarzwurzel
Insgesamt ist diese Lektürehilfe übersichtlich aufgebaut. Sie gibt auch viele notwendige Hintergrundinformationen, beispielsweise über das Mätressenwesen und den Soldatenhandel. Leider werden wichtige Aspekte und Textstellen von Schillers Werk "Kabale und Liebe" nur oberflächlich berührt. Das Buch gibt Hinweise und Schlüsselwörter, jedoch aber keine zufriedenstellende Deutung.
Der Lektüreschlüssel, falls man dieses Buch denn so bezeichnen will, eignet sich eher für gute Schüler, bzw. für Menschen, die für eine Interpretation von Schillers Dramen eine gewisse Begabung zeigen.
Für den mittelmäßigen Schüler ist dieses Buch eher eine Enttäuschung.
Unbrauchbar (Bewertung 1 von 5)
» Tanja Winkler
Das Geld für diese Lektürenhilfe kann man sich sparen, obwohl sie ja eigentlich wie alle anderen mentor-Letürenhilfen günstig ist. Der Lektüre-Durchblick zu Kabale und Liebe gibt keine sinnvollen Informationen. Der Inhalt ist zwar ausführlich in seiner Kürze beschrieben, dafür fehlt es dann aber erheblich an sinnvoller Analyse. Der Interpretaionsteil enthält größtenteil Wiederholungen der Inhaltsangaben, teils sind Interpretaionen aus anderen Lektüren entnommen oder es werden Vermutungen angestellt, auf die der Leser keine Antwort erhält, derweil will der Leser doch Hilfe. Also ein Durchblick ist das nicht!
Sätze wie Melodien - Texte wie Musik (Bewertung 5 von 5)
» Saul Karoo
Der Pisa-Schock sitzt uns allen in den Knochen, und es wird in den Kultusministerien unter Schweiß und Tränen überlegt, wie der Abiturientenjugend beizubringen sei, was schönes, edles Deutsch nun wirklich sei und ausmache, wie Schiller die Exposition in den »Räubern« oder in »Kabale und Liebe« mit leichter Hand gestaltet habe, oder was der junge Goethe unter einer kessen und theatralischen Dreiecksbeziehung mit Decknamen »Stella« dramaturgisch alles versteckt hielt. Und so haben sich jüngst die Hörspielredaktionen von SWR und MDR und der Argon Verlag zusammengeschlossen um mehrere Klassiker wie »Emilia Galotti« (Lessing), »Urfaust«, »Iphigenie auf Tauris«, »Stella« (Goethe), »Die Räuber«, »Kabale und Liebe« (Schiller), »Der Hofmeister« (Lenz), »Der zerbrochene Krug«, »Prinz Friedrich von Homburg« (Kleist) und »Woyzeck« (Büchner) via CD ins Klassenzimmer zu bringen. Wobei es dem leitenden Projektregisseur Leonhard Koppelmann nicht um wie auch immer geartetes »Regiehörspiel« ging, sondern um ganz textnahe und unprätentiöse Auslegung der jeweiligen Vorlage. Koppelmann erläutert hierzu: »Dialoge zu lesen, ist schwierig für Ungeübte. Gesprochen jedoch entfalten sie ihren unentrinnbaren Reiz. Dazu bestechen die Theatertexte der deutschen Klassik durch ihre zeitlose Würde, ihre tiefe Humanität, ihre hohe Sprachkunst. Die Dialoge sind wie Musikstücke. In ihnen ist jene sprachliche Virtuosität zu hören, die Goethe, Schiller, Lessing, Kleist und die anderen zu Klassikern hat werden lassen, zu Tragsäulen unseres kulturellen Erbes.« Unterstützt wird das Projekt im übrigen durch die Kultusministerien von Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz und die Stiftung Medienkompetenzforum Südwest (MKFS). Zu einigen der Produktionen sind auch didaktische Handreichungen für den Unterricht vorbereitet worden, die wie beim Begleitmaterial zu »Emilia Galotti« Möglichkeiten einer modernen Theater- und Medienpädagogik für die Schule aufzeigen. In »Kabale und Liebe« (1784) und Lessings »Emilia Galotti« (1772), die ich hier stellvertretend für das Gesamtkonzept der Reihe »Klassik: Jetzt!« hervorheben möchte, ist die Texttreue sowie die Noblesse und Zurückhaltung der Schauspielerinnen und Schauspieler ein hervorstechendes, gewolltes Merkmal ? ohne dass es je langweilig wird. Schillers Fünfaktiger Aufschrei gegen den Absolutismus wirkt hier als Hörspiel erstaunlich frisch. Dem Pathos begegnet Regisseur Leonhard Koppelmann mit analytischem Elan. Sprachlich filigran entspinnen Birgit Minichmayr und Andreas Pietschmann als Luise und Ferdinand ihre Liebe, ehe sie sich in einem Netz aus Intrigen verfangen und schließlich sterben (Großartig: Ilya Richter als Hofmarschall und Walter Kreye als Präsident!). Auch bei Lessing reißen absolutistische Intrigen Liebende auseinander, kollidieren Bürgerwille und Fürstenwillkür, Recht und Gewalt. Gestochen scharf kommt die Hörspielversion (mit Fritzi Haberlandt und Max von Pufendorff) gerade dem Aufklärer entgegen, der Konflikte im Gespräch vorantreibt, Actionszenen nicht direkt vorführt, sondern rückblickend durchleuchtet. Frische und Klarheit sind für Koppelmann und die Ensembles in allen Inszenierungen unüberhörbar Programm. Fern von theatralischer Deklamation, fern auch von modischen Regiegags wagt der junge Regisseur die Konzentration auf die »Sprach-Sinfonien«. Die behutsame und ansonsten textnahe Inszenierung ist wohltuend für die Ohren und dürfte auch in der Schule Fürsprecher gefunden haben. Die CD-Edition »Klassik: Jetzt!«, klug platziert und mit allen zehn Schauspielen bereits auf dem Markt, dürfte ein Renner werden, da das Hören allemal komfortabler scheint als das Blättern in vergilbten Reclam-Seiten.
Schön, aber unpraktisch (Bewertung 3 von 5)
» Martin Hagemeyer
Dieser Beitrag kommentiert nicht den Text von Schillers "Kabale und Liebe", sondern speziell die Ausgabe bei dtv in der "Bibliothek der Erstausgaben".
Auf der Suche nach klassischer Literatur als Geschenk interessierte ich mich unter anderem für den Anhang: So weiß ich aus eigener Erfahrung, dass zum Verständnis von Schillers "Kabale und Liebe" Worterläuterungen sinnvoll sind. Die dtv-Reihe "Bibliothek der Erstausgaben" bietet hierzu ein Glossar. Ich persönlich bevorzuge demgegenüber einen Anmerkungsapparat, der nicht alphabetisch geordnet ist, sondern am Bandende fortlaufend den Text begleitet, so wie es bei Reclam geschieht. Aber, so dachte ich mir, die gelben Heftchen kann man ja nicht verschenken. Zu den Materialien bei dtv gehören außerdem u.a. eine Zeittafel zu Schillers Leben und ein Nachwort, das die Entstehung des Werkes beschreibt. Beides finde ich angenehm, aber zum bloßen Kennenlernen des Textes eher verzichtbar.
Eine Besonderheit der Reihe ist aber die Textgestalt: Sie entspricht, gemäß dem Namen, der Erstausgabe. Konsequenz: Die ursprüngliche, von der heutigen abweichende Rechtschreibung und Zeichensetzung wird beibehalten, und außerdem werden die Seitenzahlen der Originalausgabe in Kursivschrift in den Text eingefügt - zuweilen innerhalb eines Wortes. Dies scheint mir nur für Puristen und Wissenschaftler hilfreich; für alle anderen verleiht diese Praxis dem Ganzen vielleicht noch eine Patina des Altehrwürdigen, sprich: Klassischen - sonst wirkt sie eher störend.
Fazit: Anhang von mittelmäßigem Gebrauchswert, Textgestalt eher leserunfreundlich.
Was bleibt? Eigentlich nur der dunkelblaue Einband mit Bild - hier ein Glas, mit Wein gefüllt - oder ist es die tödliche Limonade? Der ist allerdings wirklich schön.
Ich habe mich dann für die Ausgabe der "Suhrkamp BasisBibliothek" entschieden. Dort finden sich die Anmerkungen auf den Textseiten, mit Sternchen im Text. Ästhetik und Erhabenheit dem praktischen Nutzen geopfert. Schiller wäre kaum begeistert.
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